de.express Optiker Zum Portal
de.expressOptikerOptiker
Optiker

Sehen im Alter: Was sich verändert und wer weiterhilft

Das Sehen verändert sich mit dem Alter in mehreren Punkten zugleich: Die Einstellung auf die Nähe lässt nach, es wird mehr Licht benötigt, feine Kontraste sind schwerer zu unterscheiden, und die Empfindlichkeit gegenüber Blendung nimmt zu. Für die optische Versorgung, also Brillen, Glasarten, Zentrierung und Hinweise zur Beleuchtung, ist der Augenoptiker zuständig. Für die Frage, ob eine Veränderung am Auge selbst dahintersteckt, ist es die augenärztliche Praxis. Diese Trennung ist wichtiger, als sie klingt.

Die Naheinstellung lässt nach

Ab der Lebensmitte fällt es zunehmend schwerer, den Blick auf nahe Objekte scharf zu stellen. Der Arm wird länger, das Buch wandert weiter weg, kleine Schrift wird bei schwachem Licht zur Mühe. Das ist ein gewöhnlicher Vorgang und kein Krankheitszeichen. Optisch lösen lässt er sich mit einer Lesebrille, mit Gläsern für den Arbeitsplatz oder mit Gläsern, die mehrere Entfernungen abdecken. Welche Lösung passt, hängt weniger vom Alter ab als davon, welche Entfernungen im Alltag wirklich gebraucht werden.

Die Gewöhnung an Gläser mit gleitendem Übergang braucht Zeit. Kopf- und Blickbewegungen ändern sich, der Weg auf der Treppe fühlt sich zunächst ungewohnt an. Wer weiß, dass diese Phase dazugehört, bricht seltener vorschnell ab. Bleiben die Schwierigkeiten bestehen, gehört das ins Fachgeschäft: Oft liegt es an Sitz oder Zentrierung und nicht am Prinzip.

Mehr Licht, weniger Kontrast

Mit den Jahren gelangt weniger Licht ans Ziel, und die Unterscheidung ähnlicher Helligkeiten fällt schwerer. Praktisch heißt das: Eine Beleuchtung, die früher genügte, genügt heute nicht mehr. Blendfreies, gerichtetes Licht am Leseplatz, helle Arbeitsflächen in der Küche und gut ausgeleuchtete Treppen und Flure bringen im Alltag oft mehr als jede Feinheit am Glas.

Kontraste lassen sich auch in der Wohnung unterstützen: abgesetzte Kanten an Stufen, Geschirr, das sich von der Tischplatte abhebt, Lichtschalter, die sich von der Wand unterscheiden. Solche Hinweise gehören zu einer guten Beratung dazu, weil sie unabhängig von der Sehhilfe wirken. Wer viel liest, profitiert zudem von einer Leuchte, die das Licht von der Seite auf die Seite bringt, statt es von hinten über die Schulter zu werfen; so entstehen weniger Reflexe auf dem Papier.

Blendung und Dämmerung

Viele bemerken zuerst, dass entgegenkommende Scheinwerfer stärker stören als früher oder dass die Umstellung von hell auf dunkel länger dauert. Optisch lässt sich einiges verbessern: eine saubere Entspiegelung, ein passender Blendschutz für draußen, gut zentrierte Gläser. Eine Tönung für die Nacht gehört ausdrücklich nicht dazu, weil sie das ohnehin knappe Licht weiter mindert.

Wenn Blendung, Schleier oder Probleme in der Dämmerung zunehmen, ist das jedoch ein Punkt, an dem der Optiker an die ärztliche Praxis verweist. Solche Veränderungen können Ursachen haben, die nicht mit einer Brille zu lösen sind, und ihre Abklärung gehört in ärztliche Hände.

  • Naheinstellung lässt nach: eine gewöhnliche Veränderung
  • Der Lichtbedarf steigt, Beleuchtung wird zum Thema
  • Blendung und Dämmerungssehen verändern sich
  • Neu auftretende oder rasche Veränderungen: ärztlich abklären

Wer wofür zuständig ist

Der Augenoptiker bestimmt Werte für Sehhilfen, wählt Gläser und Fassungen aus, zentriert, passt an, justiert nach und berat zu Beleuchtung und vergrößernden Sehhilfen. Er stellt keine Diagnosen und behandelt nicht. Die augenärztliche Praxis untersucht das Auge, beurteilt Befunde und entscheidet über Behandlung. Beide arbeiten nebeneinander, nicht gegeneinander.

Warnzeichen, die ohne Umweg in die ärztliche Praxis gehören, sind unter anderem eine plötzliche Sehverschlechterung, verzerrt oder gewellt erscheinende gerade Linien, ein Schatten oder Vorhang im Gesichtsfeld, plötzlich auftretende Lichtblitze oder viele neue Punkte im Blickfeld, Schmerzen am Auge und ein Sehen, das trotz passender Brille schlecht bleibt. Kein Glas der Welt ersetzt hier eine Untersuchung.

Fazit

Sehen im Alter verändert sich, und vieles davon lässt sich optisch gut begleiten: durch passende Gläser, sorgfältige Zentrierung, guten Blendschutz und mehr Licht am richtigen Ort. Ebenso wichtig ist zu wissen, wo die optische Versorgung endet. Wer Veränderungen bemerkt, die neu, rasch oder ungewöhnlich sind, lässt sie augenärztlich abklären und nutzt das Fachgeschäft für das, was es gut kann.

← Alle Beiträge aus Optiker