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Die Brille pflegen und reinigen: Was ihr im Alltag schadet

Die richtige Reinigung ist schnell erklärt: Gläser unter lauwarmem Wasser abspülen, damit lose Partikel weggehen, einen Tropfen Spülmittel oder einen Brillenreiniger verwenden, vorsichtig abspülen und mit einem sauberen Mikrofasertuch trocknen. Schaden nehmen Gläser vor allem durch trockenes Wischen, durch Papiertaschentücher und Kleidungsstoffe, durch Hitze und durch die Angewohnheit, die Brille mit den Gläsern nach unten abzulegen.

Warum trocken wischen der häufigste Fehler ist

Auf einem Brillenglas sitzen im Alltag Staub, Sandkörnchen und feine Partikel. Wer trocken darüber wischt, schiebt diese Partikel über die Oberfläche. Sie wirken dabei wie feines Schleifmittel und hinterlassen Kratzer, die sich nicht mehr entfernen lassen. Der Effekt tritt nicht sofort ein, sondern summiert sich über Wochen zu einem Glas, das im Gegenlicht matt wirkt.

Deshalb gilt die Reihenfolge: erst Wasser, dann wischen. Das Abspülen entfernt genau die Teilchen, die sonst Schaden anrichten. Wenn unterwegs kein Wasser verfügbar ist, sind vorbefeuchtete Reinigungstücher für Brillen die bessere Wahl als der Zipfel des Hemds.

Womit gereinigt wird und womit nicht

Geeignet sind lauwarmes Wasser, ein Tropfen mildes Spülmittel oder ein Reiniger, der ausdrücklich für Brillengläser gedacht ist, sowie ein sauberes Mikrofasertuch. Das Tuch selbst ist ein Verbrauchsgegenstand: Ist es voller Fett und Staub, verteilt es beides nur. Es gehört regelmäßig gewaschen, möglichst ohne Weichspüler, weil dieser einen Film hinterlässt.

Ungeeignet sind Papiertaschentücher, Küchenrolle, Pullover und Hemdzipfel, weil ihre Fasern rauer sind als sie wirken. Ebenso ungeeignet sind Haushaltsreiniger, Glasreiniger für Fenster, Alkohol und ähnliche Mittel: Sie können Beschichtungen und Fassungsmaterialien angreifen. Auch Speichel gehört nicht auf ein Brillenglas.

Hitze ist der stille Zerstörer

Beschichtungen und Glasmaterial dehnen sich bei Wärme unterschiedlich stark aus. Wird ein Glas stark erhitzt, können feine Risse in der Beschichtung entstehen, die im Licht als Netz sichtbar werden und nicht rückgängig zu machen sind. Die häufigsten Fälle sind alltäglich: die Brille auf dem Armaturenbrett im Sommer, der Blick in einen heissen Ofen, die Sauna, die Brille auf der Heizung.

  • Erst abspülen, dann wischen: niemals trocken über das Glas
  • Mikrofasertuch regelmäßig waschen, ohne Weichspüler
  • Keine Haushalts- oder Glasreiniger, kein Alkohol, kein Speichel
  • Hitze meiden: Armaturenbrett, Heizung, Ofen, Sauna
  • Mit beiden Händen absetzen, im festen Etui aufbewahren

Aufbewahren und Absetzen

Zwei Angewohnheiten machen den größten Unterschied. Die erste: Die Brille wird mit beiden Händen abgesetzt. Einhändiges Abziehen verzieht die Fassung über die Zeit, weil die Kraft nur auf einer Seite wirkt. Die zweite: Die Brille wird nie mit den Gläsern nach unten auf eine Fläche gelegt. Wenn kein Etui zur Hand ist, gehört sie mit den zugeklappten Bügeln nach unten auf die Ablage.

Ein festes Etui schützt in Tasche und Rucksack besser als ein Beutel. Und die Fassung selbst darf mitgereinigt werden: Nasenpads, Bügelenden und die Rillen sammeln Hautfett und Schweiß, die sich beim Abspülen mit entfernen lassen. Anschliessend wird die Fassung ebenso vorsichtig abgetrocknet wie die Gläser.

Ein weiterer Punkt betrifft Kosmetik und Pflegeprodukte. Haarspray, Sonnencreme und Handcreme hinterlassen auf Glas und Fassung einen Film, der sich mit bloßem Wischen nicht löst und der manche Materialien mit der Zeit angreift. Wer die Brille nach dem Kontakt damit zeitnah nass reinigt, verhindert, dass sich diese Rückstände festsetzen.

Wann das Fachgeschäft hilft

Manches löst sich zu Hause nicht. Wenn eine Brille schief sitzt, wenn Schrauben locker sind oder wenn ein Nasenpad abgenutzt ist, hilft die Ultraschallreinigung und das Nachjustieren im Fachgeschäft. Beides dauert in aller Regel wenige Minuten. Wenn dagegen die Beschichtung Risse zeigt oder das Glas tiefe Kratzer hat, lässt sich das nicht reparieren; hier geht es um Ersatz.

Fazit

Brillenpflege ist keine Wissenschaft, sondern eine Frage weniger Gewohnheiten. Nass reinigen statt trocken wischen, ein sauberes Mikrofasertuch statt Textil und Papier, Hitze meiden, mit beiden Händen absetzen und im Etui aufbewahren. Wer diese Punkte beherzigt, verlängert die Lebensdauer der Gläser spürbar und erspart sich manchen vorzeitigen Austausch.

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